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Heute ist 30.5.2026, Ferdinand Namenstag

Die Sommersonnenwende findet am 21. Juni 2026 um 10:21 Uhr MEZ statt.

Liebe Freunde,

Juraj Lukac

auch dieses Jahr, zum hundertsten Mal, wurde mir die Frage gestellt: „Was sind Ihrer Meinung nach die Vor- und Nachteile von echten und künstlichen Weihnachtsbäumen aus ökologischer Sicht?“

Viele von uns befürworten echte Weihnachtsbäume und argumentieren vor allem mit der Tradition, aber auch mit dem Duft von Tannennadeln. Ihnen gegenüber stehen die Verfechter künstlicher Bäume. Geringere Kosten oder auch die Umweltverträglichkeit sind ihre Hauptargumente.

Ich denke, wir sollten vielleicht damit beginnen, worum es an Weihnachten eigentlich geht.

Für Christen ist es die Geburt Jesu. Seine Geburt symbolisiert ein neues Leben für den Menschen, denn dank seiner Geburt, seines Todes und seiner Auferstehung kann jeder gerettet werden und ewiges Leben erlangen. Die meisten von uns wissen wohl, dass dieses christliche Fest ursprünglich ein heidnisches Fest war, als die Kirche dem Fest der Wintersonnenwende, das unsere Vorfahren feierten, eine christliche Bedeutung gab.

Doch auch für unsere slawischen Vorfahren waren es Feste der Hoffnung.

Und dieser Optimismus, ob christlich oder altslawisch, ist für mich die zentrale Botschaft von Weihnachten.

Ich bin fasziniert davon, dass die Menschen zu Beginn des Winters, als die Zeit der Not und des Elends gerade erst anbrach, sich über die ersten Schritte der zurückkehrenden Sonne freuen konnten. Vielleicht ist es diese Eigenschaft, die den Menschen menschlich macht. Ich glaube, gerade weil die Menschen die Blüten des neuen Frühlings an gefrorenen und verschneiten Zweigen erkennen konnten, hat die Menschheit so viel Leid überstanden und existiert noch immer. Vielleicht ist es diese Fähigkeit, hinter den Problemen das Licht des Frühlings zu sehen, vielleicht die Fähigkeit, die zurückkehrende Sonne bei ihren ersten Schritten willkommen zu heißen, die den Menschen die Kraft zum Durchhalten gab. Harte Winter in Holzhütten zu überstehen, Jahre der Missernten zu überstehen, lange Reisen auf der Suche nach einer neuen Heimat zu ertragen. Ob man es nun Sturheit oder Beharrlichkeit, Weitsicht oder Träumerei nennt, wir sollten nicht vergessen, dass es immer notwendig ist, weit vorauszuschauen. Zu erkennen, was uns in der Zukunft erwartet, so wie es einfache Menschen schon lange vor uns erkannten. Und keine Angst davor zu haben, die Rückkehr der Sonne zur rechten Zeit zu feiern, selbst wenn noch eine tiefe und düstere Winternacht herrscht.

Und mit diesen Weihnachtsfesten, ob christlich oder altslawisch, wird fälschlicherweise der heute so beliebte Weihnachtsbaum in Verbindung gebracht.

Für unsere Vorfahren, die alten Slawen, waren grüne Zweige und Kračún-Brot das Symbol für Weihnachten. Kračún ist die alte Bezeichnung für die Wintersonnenwende, und der grüne Dornbusch diente ursprünglich nicht der Dekoration, sondern dem Schutz. Die Slawen hängten ihn hinter die Scheunentore, um das Vieh zu schützen, und hinter die Balken der Blockhütte, um die ganze Familie zu beschützen.

Mit der Ankunft des Christentums in unserem Gebiet kamen Krippen in die Familien. Und so blieb es jahrhundertelang.

Dann kam der Weihnachtsbaum als nachweislich deutsches bürgerliches Produkt hinzu. Der Brauch tauchte in Deutschland zeitgleich mit den ersten Kahlschlägen im 17. Jahrhundert auf. Im 18. Jahrhundert verbreitete er sich in den höheren Gesellschaftsschichten Deutschlands. Im 19. Jahrhundert setzte sich die Idee einer gefällten Tanne als wahres deutsches Weihnachtssymbol in Österreich-Ungarn durch. Slowaken und Tschechen wehrten sich lange gegen den Weihnachtsbaum, da sie ihn für nicht-slawischen Ursprungs hielten. Nach 1900 ersetzten Weihnachtsbäume jedoch endgültig die beliebte christliche Krippe.

Und was für ein Baum?

Für mich ist die Antwort klar: Keiner.

Weihnachten zu feiern, ob wir Christen oder Angehörige anderer Glaubensrichtungen sind, indem wir unnötigerweise Leben töten, widerspricht dem Sinn dieses hoffnungsvollen Festes. Gegen die Natur anzukämpfen und unnötig zu töten, widerspricht unserer slawischen Moral. Wenn wir Christen sind, lasst uns Christus wieder in unsere Herzen aufnehmen. Wie es so schön heißt: „Wenn Christus tausendmal in Bethlehem geboren würde, nützt es uns nichts, wenn er nicht in unseren Herzen geboren ist.“

Wir anderen sollten keine Angst davor haben, die Rückkehr der Sonne zu feiern, auch wenn es noch eine tiefe und düstere Winternacht ist. Und lasst uns alle Kračún-Brot dazu backen.

Die Sonne kehrt zurück.

Ich wünsche allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

Ing. Juraj Lukáč Wintersonnenwende 2009